Torfabbau in Niedersachsen
Oder: Die Menschen und die Natur haben keine Bedeutung mehr…
Bürgerinitiative gegen den Torfabbau Luftkurort Wiesmoor e. V.
Alfred Marzodko
Finkenweg 5
26639 Wiesmoor
Tel.: 04944 7160
Homepage:
http://www.buergerinitiative-gegen-den-torfabbau-wiesmoor.de/fotos/
Jedes Frühjahr werden alle Hobbygärtner wieder aktiv, um ihre Blumenbeete im Garten, aber auch ihre Topfpflanzen, für den kommenden Sommer wieder auf Vordermann zu bringen. Blumenliebhaber sind sehr Umweltbewusst und erfreuen sich das ganze Jahr über die schöne Blumenpracht in ihrem Garten oder auf den Fensterbänken. Also erst mal los zum Discounter, Gartencenter usw. und Säckeweise die gute, teilweise sogar gedüngte Blumenerde kaufen!!! Wird ja auch sehr günstig angeboten. Für jeden ist was dabei, wie Gartenerde, Kaktuserde, Friedhofserde, Anzuchterde und so weiter. Auf der Rückseite der Säcke stehen die Inhaltsstoffe, aber warum sollen wir das lesen. Die würden das ja nicht anbieten, wenn es nicht gut für unsere Pflanzen wäre. Wer jetzt der Meinung ist, meinen Ausführungen nicht weiter zu folgen, weil der Text zu lang ist, wird auch in Zukunft keine Ahnung davon haben, was er der Natur mit seinem Einkauf überhaupt antut.
Blumenerde besteht zum großen Teil aus Torf. Meistens liegt der Torfanteil bei 75% bis 85%. Torf selber hat keinen Nährwert und ist sehr sauer. Deshalb wird er mit Zusatzstoffen wie zum Beispiel Dünger angereichert. Das passiert in sogenannten Erdenwerken.
Um erst mal so weit zu kommen, muss der Torf in den Mooren abgebaut werden. Das wird heutzutage Industriell betrieben und ein Torffeld wird durchschnittlich über einen Zeitraum von ca. 20 Jahren „abgeerntet“. Schöne Moorlandschaften, mit vielfältigen, teilweise schon vom Aussterben bedrohter Tier und Pflanzenwelt, werden somit für immer zerstört.
Üblicherweise wird in den Abbauanträgen eine anschließende Renaturierung angeboten. Das ist nach dem heutigen Kenntnisstand aber nahezu unmöglich. Selbst, wenn das Moor wieder wachsen würde, wäre das maximal ein Millimeter im Jahr.
Dieses Bild zeigt ein Torfabbaugebiet am südlichen Ortsrand von Wiesmoor. Im Sommer wird das Moor ca. 10 cm abgefräst und es trocknet ab. Hier wird beim Abfräsen und auch in der Trocknungsphase überwiegend Feinstaub abgeweht, der sich auf die anliegenden Häuser verteilt.
Da in Wiesmoor für die nähere Zukunft auf 450 Hektar zusätzlich zu den jetzigen Abbaugebieten Torfabbau betrieben werden soll, wird es auch eine Klimaveränderung in unserer Region geben.
Die Risiken des Torfabbaus hat man diesen Sommer in Russland erlebt. Aufgrund der langen, warmen Sommerzeit haben sich die Abbaufelder entzündet und sogar in Moskau mussten die Menschen auf den Straßen Mundschutz tragen. Ein Moorbrand ist sehr schwer zu löschen, weil der Brand unterirdisch weitergeht, auch ist die Rauchentwicklung nicht zu unterschätzen.
Jetzt ist ein ca. 90 Hektar großes Abbaugebiet beantragt, das von über 600 Häusern eingerahmt wird. Auf die Bürger kommen jetzt mindestens 20 Jahre Staub, Dreck und üble Gerüche zu. Aber es gibt das Niedersächsische Landesraumordnungsprogramm (LROP), worin das Gebiet als Rohstoffgewinnungsgebiet ausgewiesen ist.
Um die Restmoore zu schützen, durfte bis jetzt nur in diesen Abbaugebieten abgetorft werden. Die Moore in Niedersachsen wurden auf dieser Weise schon auf einen Restbestand von etwa 3 % zerstört. Da ist das Gedränge der Torfabbaufirmen natürlich sehr groß um noch Torf abbauen zu können. Deshalb hat man das Integrierte Gebiets Entwicklungskonzept IGEK entwickelt. In Wiesmoor wurde das jetzt angewandt .Dieses Konzept öffnet den Torfabbauern Tür und Tor für ihre Unternehmungen. Das LROP spielt also in Zukunft keine Rolle mehr. Auf 450 Hektar soll das IGEK jetzt genutzt werden. Also wird unsere schöne Blumenstadt in nächster Zukunft rundum von Torfabbauflächen umgeben sein. Das Leben und wohnen wird für die Einwohner Wiesmoors unerträglich. Auch werden durch die nötige Entwässerung der Moorgebiete die umliegenden Grundstücke absacken.
Ein großes Gesundheitsrisiko ist der entstehende Staub/Feinstaub. Durch das Torfabfräsen werden Tonnen davon in die Luft geschleudert und es rieselt auf die angrenzenden Wohngebiete nieder. In vielen Städten wie auch in Hannover gibt es Umweltzonen (grüne Umweltplakette) um die Feinstaubemission, die schädlich auf die Bürger einwirkt, zu minimieren. Auf dem Land sieht man das wohl anders, oder sind wir Bürger, die auf dem Land leben, Menschen 2. Klasse?
Ein zusätzliches Problem ist die Freisetzung von CO2 und Methan, das im Moor gespeichert ist. Moor ist einer der größten CO2 Speicher überhaupt. Auf einem Hektar werden durch den Torfabbau pro Hektar und Jahr etwa 250 Tonnen CO2 freigesetzt.
Das alles interessiert aber die Naturschutzbehörde im Bundesland Niedersachsen nicht, denn hier wird durch den Torfabbau viel Geld verdient. Die Lobbyisten haben sich an den wichtigen Stellen integriert und treiben den Torfabbau voran.
Darum sollte jeder, der Blumenerde kauft, sich der Tatsache bewusst sein, das er damit den Menschen, Wildtieren und der Umwelt einen großen Schaden zufügt!
Ein (leider) von den hiesigen Zeitungen nicht veröffentlichter Leserbrief vom 12.11.2010
Heute wurde der Bürgerinitiative gegen den Torfabbau Wiesmoor e. V. (BI) die Genehmigung für den Torfabbau im Neudorfer Moor zugestellt. Hier soll auf einer Fläche, ca. 55 Hektar, von der Abbaufirma AWT bis zum Jahr 2030 Torf abgebaut werden. Bisher wurden nur Abbaugebiete genehmigt, die im Landesraumordnungsprogramm (LROP) als Vorranggebiete ausgewiesen wurden. Nun werden auch Gebiete, die nicht im LROP erscheinen, wie das Neudorfer Moor, genehmigt. Es wurden Gremien gebildet, um das IGEK (Integriertes Gebietsentwicklungskonzept) zu erarbeiten. Dieses IGEK öffnet jedem Torfabbauer Tür und Tor für seine „umweltzerstörerischen“ Abbautätigkeiten. Unter dem Vorwand, hier eine positive Gebietsentwicklung voran treiben zu wollen, wird der Abbauantrag gestellt. Dieser wird dann vom „Amt für Bauordnung, Planung und Naturschutz“ geprüft und trotz Einwendungen der Naturschutzverbände genehmigt. Die nachfolgenden Umweltprobleme und Kosten trägt, wie immer, der Steuerzahler!
Mitten in dem genehmigten Abbaugebiet befindet sich ein Wiesenvogel Schutzgebiet. Dieses will man „vorerst“ erhalten. Aufgrund der mannigfaltigen Störungen durch Lärm, Entwässerung, Abbautätigkeiten usw. an drei Seiten dieses Gebietes, werden sich dort in absehbarer Zeit keine Wiesenvögel mehr aufhalten/ansiedeln. Somit wird dann auch dieses Gebiet für den Torfabbau beantragt, weil es für den Naturschutz nicht mehr relevant ist. Die BI arbeitet jetzt an der Neuauflage des LROP mit und versucht die Vorranggebiete für Torfabbau auf ein verträgliches Maß zu reduzieren. Wir werden weiterhin genauestens den Torfabbau beobachten und gegebenenfalls sachlichen Widerspruch einlegen. Die geplanten und teilweise genehmigten Abbauprojekte haben erwiesenermaßen negative Folgen für die Lebensqualität für Mensch, Tier und den Tourismus in Wiesmoor. Es ist an der Zeit, dass alle Bürger ihren Unmut über diese profitgierige Zerstörung kundtun. denn schon heute wird die Natur doppelt so schnell zerstört, wie sie sich regenerieren kann. Ein erster Schritt ist die Möglichkeit, keine torfhaltige Blumenerden mehr zu kaufen. Es gibt viele Ausweichprodukte, wie z. B. Komposterde oder torffreie Blumenerde. Auch sollte man bedenken, dass Torf innerhalb kurzer Zeit oxidiert und der Torfgehalt (ca 80%) innerhalb eines halben Jahres komplett verschwunden ist. Durch IHREN Verzicht auf „Torfhaltige“ Gartenprodukte tun sie unserer Umwelt und der noch schönen Niedersächsischen Landschaft einen großen Dienst!
Alfred Marzodko
Vorsitzender der BI gegen den Torfabbau Luftkurort Wiesmoor e. V.
Herr Otte vom NDR 1 hat am 15.06.2010 um 18.00 Uhr die Sendung "JETZT REICHT'S" in Wiesmoor aufgezeichnet. Gesendet wurde der Beitrag dann am 17.06.2010 um 20.05 Uhr. Ein Mitschnitt der Sendung auf CD ist beim Vorstand archiviert.
Am Mittwoch, den 14.04.2010 wird RADIO BREMEN eine Direktübertragung über den Torfabbau aus dem Rathaus in Wiesmoor senden. Wir werden dann mit dem Bürgermeister, Umweltverbänden und dem Landesbergamt über die Abbauprojekte und unsere Bedenken dagegen eine Stunde lang (13.00 Uhr bis 14.00 Uhr) diskutieren. Gäste/Zuschauer sind herzlich Willkommen. Ein Mitschnitt der Sendung auf CD ist beim Vorstand archiviert.
Am 06.04.2010 wurde ein Fernsehbeitrag vom NDR über den Torfabbau in Wiesmoor gedreht. Hier kam unser Bürgermeister und unsere BI ausreichend zu Wort. Auch wurden viele Aufnahmen in dem bereits bestehenden Abbaugebiet gedreht. Den Film kann man sich in der NDR Niedersachsen Mediathek ansehen. Wir bedanken uns beim NDR für diesen ausgezeichneten Bericht.
Einfach das Bild anklicken, dann habt ihr die Mediathek des NDR. Dort kann ausgewählt werden, ob man den Fernsehbericht, oder die Radiosendung möchte. Oben rechts dann Radio oder Fernsehen wählen. Unter der Schaltfläche SUCHEN Wiesmoor eingeben und dann den Film ansehen, oder den Radiobeitrag anhören.
Gespickt von falschen Behauptungen Unwahrheiten und Beleidigungen hat der BG diese Pressemitteilung veröffentlicht (Anklicken, öffnen, lesen)
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Stellungnahme zum Artikel von Bürgermeister Alfred Meyer im
„Harlinger Anzeiger" vom 22.10.2009:
„BÜRGERINITIATIVE WILL MIT UNWAHRHEITEN STIMMUNG MACHEN"
Auf unsere Bekanntmachung, in Wiesmoor 6000 Unterschriften gegen den Torfabbau zu sammeln, reagierte Herr Meyer ziemlich sauer. Wie bekannt, wollen wir die Stadt darauf hinweisen, dass sie mit ihren Plänen gegen den Willen der Wiesmoorer Bürger handelt!
Alfred Meyer:
Die Unterschriftenaktion gründe sich auf Falschaussagen. Offenbar versuche die BI mit Unwahrheiten gegen den Torfabbau STIMMUNG zu machen, wolle einseitig informieren um sich so Unterschriften zu
erschleichen.
Seine Begründungen:
Die im Landesraumordnungsprogramm (LRP) ausgewiesenen Flächen zum Torfabbau werden von der Stadt von den Privatbesitzern aufgekauft mit der Maßgabe, dass dort Torf abgebaut werden darf! Den
Eigentümern der ausgewiesenen Hochmoorflächen ist durch das LRP Planungssicherheit für die Verwendung ihrer Flächen zugesichert. Eine Änderung im LRP in diesem Bereich, ausgelöst durch die Stadt
Wiesmoor hätte entsprechende Entschädigungsleistungen der Stadt zur Folge. Die zuständige Landesbehörde hätte diese entwässerten Moorflächen nicht als erhaltenswert eingestuft!
Bürgerinitiative:
Das Landesrumordnungsprogramm ist schon lange nicht mehr aktuell!
Das LRP ist aber noch gültig, solange kein neues erstellt ist, derzeit wird es aber überarbeitet
Die ausgewiesenen Rohstoffgewinnungsgebiete reichen weit in bereits seit Jahrzehnten besiedelte Gebiete hinein. Die ausgewiesenen Flächen stammen noch aus der Zeit als Wiesmoor ein Torfkraftwerk
hatte. Es wurde schlichtweg versäumt, diese Gebiete in den Plänen zu aktualisieren, bzw. sie heraus zu nehmen! Deshalb wollen wir das Land Niedersachsen darauf hinweisen, dass eine Überarbeitung
des LRP hier längst überfällig ist. Die Möglichkeit, die noch nicht für den Torfabbau beantragten Gebiete aus dem LRP zu nehmen, sollte überprüft werden. Das auf die Stadt Wiesmoor hohe
Entschädigungszahlungen zukommen, wenn das LRP auf Antrag der Stadt oder der BI geändert wird, ist nach unserer Information nicht stimmig. Ist es nicht eher so, wenn die Stadt Verträge mit den
Grundstückseigentümern abgeschlossen hat, die nicht rückgängig gemacht werden können, unter diesen Umständen Entschädigungszahlungen der verkaufenden Eigentümer eingeklagt werden können? Die
Stadt hat aber ohne die Einwände ihrer Bürger zu berücksichtigen von vorneherein ihr Einvernehmen mit den geplanten Abbauprojekten in Wiesmoor und Marcardsmoor beim Landkreis Aurich geäußert und
somit das Genehmigungsverfahren wesentlich erleichtert!
Laut Aussage des Bürgermeisters, kauft die Stadt die Gebiete im Bereich Amselweg/Drosselweg auf, um dort den Torfabbau zu ermöglichen! Herr Meyer erwähnte aber nicht den wahren Grund des
Torfabbaues, nämlich dass die Stadt hier viel Geld verdienen kann, ohne Rücksicht auf die betroffenen Anwohner. Das sind mindestens sechshundert Haushalte!
Dass die zuständigen Behörden im Land Niedersachsen unser Gebiet als nicht erhaltenswert eingestuft haben, ist zwar richtig, aber der Link auf unserer Homepage (Knabe im Moor, Moortalk) zeigt,
dass auch teilweise entwässerte Moorgebiete wieder Renaturiert werden können und langsam wieder anfangen zu wachsen.
Außerdem befinden sich in dem geplanten Gebiet Kompensationsflächen, die für andere Projekte angelegt wurden. In dem sich dort befindenden Wäldchen leben zahlreiche Wildtiere und Vogelarten,
deren Lebensraum durch den Tortabbau zerstört würde!
Bürgermeister A. Meyer:
Die Verantwortlichen der Stadt haben sich erst nach der Anfrage interessierter Torfabbauunternehmer in das Abbaubegehren einbinden lassen, um bei dem Gesamtprojekt nicht vor vollendete Tatsachen
gestellt zu werden und städtische Entwicklung nicht von anderer Stelle vorgegeben zu bekommen, wie im Bereich Drosselweg/Bentstreeker Straße.
Bürgerinitiative:
Leider hat die Stadt nicht das Geringste zum Schutz der in dem Bereich Bentstreeker Straße und Drosselweg lebenden Anwohner, Wildtiere und Vogelwelt getan!
Bei einer Moorbegehung im Bereich Bentstreeker Strasse mit Vertretern des Landkreises Aurich beklagte sich ein zufällig anwesender Jäger über die riesige zusammenhängende (ca. 300 Hektar)
Abbaufläche. Nach seiner Aussage, würden die Wildunfälle dadurch drastisch ansteigen, weil den Wildtieren der großflächige Lebensraum genommen wurde und sie als Folge ihre Flucht- und
Nahrungsgebiete verlieren!
Bürgermeister A. Meyer:
Die durch die Stadt mit geplante zirka 90 Hektar große Abbaufläche zwischen Amselweg und Drosselweg soll durch die städtische Beteiligung gerade nicht zu unbrauchbaren Brachland verkommen,
sondern zur langfristigen Baulandbevorratung dienen und darüber hinaus in intensiv genutzte landwirtschaftliche Nutzfläche umgewandelt werden.
Ferner bleibe anzumerken, dass der Torfabbau in Wiesmoor-Süd mit Schließung des Kraftwerkes 1964 längst abgeschlossen war und diese Flächen in den 60er Jahren bis zu den Gemeindegrenzen von
Friedeburg und Uplengen in landwirtschaftlich genutzte Flächen umgewandelt worden seien.
Seine Begründung zum Torfabbau, dass diese Flächen in Bauland umgewandelt werden sollen, zweifeln wir stark an.
Bürgerinitiative:
Nach Aussage des Bürgermeisters, wird nach dem Torfabbau erst mal eine unbrauchbare, nur mit Bunkerde verfüllte Kuhle, zurückbleiben! (Genügend Zeugen können benannt werden)
In allen Informationsveranstaltungen seitens der Stadt Wiesmoor wurde der Torfabbau IMMER damit begründet, man wolle dort Wohngebiete schaffen!
Zeitungsartikel in der OZ vom 19.01.2009: „Wiesmoor plant mehr stadtnahe Bauplätze": Meyer ging auch auf den geplanten Torfabbau Südlich des Amselweges ein. ..... die Stadt möchte dort weitere
Bauplätze schaffen. Eine Bürgerinitiative will dieses jedoch verhindern.
Zeitungsartikel OZ vom 03.12.2008. „Experte empfiehlt Stadt ein Gesamtkonzept": Wenn der Torfabbau abgeschlossen ist, will die Stadt Wiesmoor auf dem Gebiet Wohngrundstücke anbieten. Allerdings
räumte Eckhard Schmatzler vom Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG Hannover) ein, dass man die Bedenken der Anwohner durchaus ernst nehmen sollte!
Bürgermeister Alfred Meyer:
Alfred Meyer warnt:" Sollte die BI weiter versuchen, Aussagen des Bürgermeisters falsch, oder inhaltlich sinnverzerrt zu zitieren, dürfte die Basis für eine sachliche Kommunikation schnell
aufgebraucht sein."
Bürgerinitiative:
Eine sachliche Kommunikation mit der Stadt Wiesmoor haben wir bis heute nicht erfahren! Im Gegenteil! Um uns von der Informationsveranstaltung für die betroffenen Bürger des Drosselweges fern zu
halten, hat uns der Bürgermeister unter Androhung, von seinem Hausrecht Gebrauch zu machen und die Polizei zu informieren, den Zutritt zum Versammlungsraum verwehrt.
Auf unseren Vorschlag, auf einer Interfraktionellen Sitzung des Stadtrates in einem Meinungsaustausch, unsere Bedenken zu äußern, haben wir bis heute noch keine Reaktion.
Wir bemühen uns, immer sachlich und ehrlich zu argumentieren. Doch Äußerungen der Stadt, die teilweise auf einer für uns nicht akzeptablen Form stattfinden, erzwingen unsererseits Erklärungen, um für unser Ziel, der Umweltzerstörung Einhalt zu gebieten, klare Stellung zu beziehen.
Bürgermeister Alfred Meyer:
Die Bürger sollten sich jedenfalls vor einer leichtfertig gegebenen Unterschrift objektiv informieren. Die Stadtverwaltung sei jederzeit dazu bereit!
Bürgerinitiative:
Nicht nur bei der Stadt können sie sich informieren, sondern auch bei uns, denn man sollte sich immer die Argumente beider Seiten anhören und außerdem sollte man sich unbedingt das bestehende
Abbaugebiet an der Bentstreeker Straße ansehen!
Natürlich möchten wir möglichst viele Unterschriften sammeln, damit der wahnsinnige Torfabbau gestoppt wird, jedoch auf Basis von „Sachlichen Argumenten"! Unser Ziel ist es, die Menschen
dahingehend zu sensibilisieren, dass wir nur eine Umwelt haben und diese vor ausbeuterischen Machenschaften geschützt werden soll! Alle reden von Umweltschutz, wir nicht, wir setzen uns dafür mit
aller Kraft ein.
Es kann also keine Rede davon sein, dass wir laut Bürgermeister Meyer, durch Unwahrheiten uns Unterschriften erschleichen und Stimmung machen wollen. Im Gegenteil, wir sind bestrebt durch
nachhaltige Aufklärung zu überzeugen, dass alles getan werden muss, damit kommende Generationen noch eine lebenswerte Umwelt vorfinden.
Die Bürgerinitiative gegen den Torfabbau e. V. lässt sich auch nicht durch Beleidigungen, üble Nachrede und falschen Behauptungen von ihrem Vorhaben abbringen, um die Bürger zu überzeugen, dass
jeder etwas zum Erhalt unserer natürlichen Lebensqualität tun kann.
Frau Dirks (Ortsvorsteherin/Marcardsmoor und SPD-Mitglied) hat schon Recht, wenn sie sich in einem Zeitungsartikel fragt, wer hier den Profit macht und wer das Nachsehen hat.
Ihre Aussage:
"Unsere Enkel müssen später damit leben"
....dem können wir uns nur anschließen!
Alfred Marzodko
Finkenweg 5
26639 Wiesmoor
Tel 04944 7160
Mobil 0173 8090788
al.mar@onlinehome.de
Vorsitzender der Bürgerinitiative gegen den Torfabbau e. V.
Marion hat sich als Marcardsmoorer Bürgerin so ihre Gedanken gemacht! Einfach anklicken, auf öffnen gehen und Lesen!
Steuern ziehen und ab dafür.doc
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Am 27.05.2009 fand eine Informationsveranstaltung zum Thema Torfabbau Duvelshorn in Marcadsmoor statt! Wir hatten in den lokalen Zeitungen, mit Aushängen in den Geschäften und auf unserer Homepage auf diese Veranstaltung aufmerksam gemacht.
Ausserdem hatten wir die Fraktionsvorsitzenden unseres Stadtrates eingeladen.
Frau Martens von der CDU kam stellvertretend für den Fraktionsvorsitzenden Friedhelm Jelken, der leider verhindert war.
Sie wird in Ihrer Fraktion über unsere Befürchtungen und Einwände berichten.
Herr Sievers von der FDP sicherte der BI die volle Unterstützung seiner Fraktion zu und bekräftigete nochmals die negative Einstellung seiner Frakion zum Torfabbau!
Herr Kleen als Fraktionsvorsitzender der SPD und Frau Dirks als Ortvorsteherin (SPD) reagierten nicht auf unsere Einladung!
SIE GLÄNZTEN DURCH ABWESENHEIT
Marcardsmoor und das Schicksal der dort lebenden Bürger kann doch der SPD nicht egal sein, ODER???
Die SPD steht als stärkste Partei voll hinter den Abbauplänen und hat sich auch öffentlich dazu bekannt!
Wir gehen davon aus, dass die Wähler bei der nächsten Wahl dieses quittieren werden!
Leider war das Interesse der Marcardsmoorer Bürger nicht sehr groß.
Sie werden wohl erst wach. wenn der Wahnsinn angefangen hat!!!
Leider ist es dann zu spät!
Wir werden unsere Einwände (Stellungnahme) auf dieser Seite veröffentlichen, wenn diese an den Landkreis gegengen sind!
Protokoll zur Sitzung vom 27.05.2009
Ort: Schützenhof in Marcardsmoor
Thema: Torfabbau „Duvelshorn" in Marcardsmoor
Der erste Vorsitzende, Alfred Marzodko, eröffnet um 19.45 Uhr die Informationsveranstaltung.
Anwesend sind 17 Betroffene aus Marcardsmoor und Umgebung. Ferner ist die CDU und die FDP durch je eine Person vertreten. Die SPD fehlte unentschuldigt.
Erstaunlich, dass die Ortsvorsteherin Frau Dirks (SPD) fehlte. Sie müsste doch ein besonderes
Interesse an dieser Veranstaltung haben, schließlich muss sie sich ja für die Interessen der Bürger aus Marcardsmoor einsetzen.
Von der Presse war eine Vertreterin des „Harlinger Land" anwesend.
Alfred Marzodko erklärt in Kurzform, wie die Bürgerinitiative gegen den Torfabbau entstanden ist und welche Ziele sie verfolgt. Er hält fest, dass der erste Erfolg darin bestand, dass der geplante Torfabbau zwischen Amselstrasse und Drosselweg nicht wie geplant im Frühjahr 2009 begonnen werden konnte, da wir entschlossenen Widerstand leisteten. Ferner führt er aus, dass wir nicht nur als BI, sondern auch als Aussengeschäftsstelle für den Landesverband der Bürgerinitiativen (LBU) im Landkreis Aurich aktiv sind.
Es folgt eine Darstellung der Folgen des Torfabbaus. Diese beziehen sich einerseits auf die Zerstörung der Natur sowie die unvermeidlichen Schäden an Gebäuden, Strassen, Wege sowie der dazugehörenden Infrastruktur.
Auf die Frage, wie die Parteien dazu stehen, antwortet Frau Martens von der CDU wie folgt:
Es gibt innerhalb der Parteil sowohl Gegner wie Befürworter zum Thema Torfabbau. Die Folgeschäden sind allerdings bekannt, genauso wie die Langzeitschäden. Es wird
empfohlen, dass sich die Landbesitzer genauestens beim Landkreis erkundigen, wie der Torfabbau abläuft bezüglich Bezahlung des Grundstückes, Steuern an das Finanzamt sowie die spätere
Nachbehandlung des abgetorften Landes und die daraus resultierenden Folgekosten. Ebenso darf der lange Zeitraum von bis zu 20 Jahren nicht ausser Acht gelassen werden.
Die CDU will nochmals über die Thematik innerhalb der Partei diskutieren, basierend auf diese Informationsveranstaltung.
Herr Sievers von der FDP antwortet wie folgt:
An sich sie die Mitglieder geschlossen gegen den Torfabbau und schlagen eine anderweitige Nutzung des Landes vor. Ein neues Landes-Raumordnungsprogram ist in Arbeit,
jedoch sind unzählige offene Punkte abzuarbeiten.
Die FDP bezweifelt, ob Wiesmoor zukünftig als Erholungsgebiet noch tragbar ist, da die industriellen Aktivitäten bereits sichtbare und grossflächige Spuren hinterlassen haben, die einer
touristischen Nutzung nicht mehr gerecht werden.
Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass der Landkreis in Sachen Torfabbau entscheidet und nicht die Stadt Wiesmoor.
Im eigentlichen Hauptteil der Informationsveranstaltung präsentiert Frau Marion Fick-Tiggers anhand der Umweltverträglichkeits-Studie (UVS), wie der Torfabbau in
Düvelshörn geplant ist. Dazu werden diverse in Farbe ausgedruckte Landkarten gezeigt. Sie weist ausdrücklich darauf hin, dass die UVS in der Form gehalten ist, dass sie dem Abtorfunternehmen
gerecht wird. Einige Mitglieder der BI haben bereits im Vorfeld die UVS durchgearbeitet und fast bei jedem Punkt Ungereimtheiten, Fehler bzw. Weglassung aufdeckt. Eine entsprechende Eingabe an
den Landkreis wurde bereits schriftlich formuliert und ist bis auf einige Details abgabereif. Diese Punkte wurden auch in der Diskussion angesprochen.
Seitens der FDP wird darauf hingewiesen, dass das Gutachten nicht ergebnissoffen verfasst ist.
Mit der Präsentation der UVS lief auch eine Diskussion der Besucher über die bereits gemachten Erfahrungen früherer Abtorfungen. Dabei entstand auch der Eindruck, dass noch einiges an Überzeugungsarbeit nötig ist, um die Betroffenen zum Widerstand gegen solche Tagbau-Projekte, die in Wohn-, Erholungs- und Naturgebieten hineinreichen, zu motivieren.
Zum Abschluss hielt Alfred Marzodko fest, dass man die Landbesitzer - hauptsächlich Landwirte - die ihr Land zum Abtorfen verkaufen wollen, nicht ächten soll.
Vielmehr ist es angebracht, sie über die Folgen aufzuklären.
Ferner hielt er fest, dass die BI weitere Mitglieder zur aktiven Unterstützung sucht und jeder willkommen ist, mitzuwirken.
Um 21.50 Uhr schloss er den offiziellen Teil der Informationsveranstaltung.
Protokoll gez. 28.05.2009/Uwe Meischen
Artikel in der OZ: Diskussion um „Filetstück“ geht weiter, in der OZ vom 03.04.2009!
Auszüge aus dem Artikel:
Zitat Hedemann: “Wenn wir keinen langfristigen Plan haben und uns in kleingeistigen Debatten verzetteln, wird dort wohl gar nichts passieren.“
Hedemann ärgert sich, dass der CDU-Antrag, den Bootssteg zu sanieren sowie der Antrag für eine langfristige Stadtentwicklung seit 2007 unbearbeitet in den Schubladen der Verwaltung liegt.
„Dort wird unnütz Zeit mit dem Thema Windpark und Torfabbau verplempert, weil drei Prozent der Wiesmoorer den Bürgerwillen nicht akzeptieren können und 97 % darunter leiden müssen“ sagte er und spielt damit auf die Bürgerinitiativen und die FDP an.
Wir dürfen uns nicht immer wieder von einigen Wenigen aufhetzen lassen und dabei Wiesmoor als Ganzes aus dem Blick lassen.“
„Wohnen und Flanieren am Kanal“ sieht Hedemann als Vision und Diskussionsgrundlage!
Wir sprechen über eine Planung der nächsten 10 bis 20 Jahre“ stellt er klar.
Herr Hedemann von der CDU hat sich wohl etwas verzettelt, wenn er von „Kleingeistigen Debatten“ spricht!
Wenn er von unnützer Zeit, die durch die beiden BI’s vergeudet wird spricht, dann hat er
ein doch sehr gestörtes Demokratieverständnis. Würde Herr Hedemann auch diese Meinung vertreten, wenn er direkt vom Torfabbau oder den Windkraftanlagen betroffen wäre?
Wir haben das Recht, uns gegen die geplanten Vorhaben zu wehren! Wir sehen auch Wiesmoor als ganzes und sind der Meinung, dass über 600 Haushalte, die direkt von dem neuen geplanten Torfabbaugebiet betroffen sind, sehr wohl gegen diese Pläne kämpfen sollten. Herr Hedemann, bitte erklären sie uns doch wie sie auf die 97% der Bürger kommen,
die mit den Plänen der Stadt einverstanden sind! Wenn sie nur 3 Bewohner pro Haushalt zu Grunde legen kommen wir schon auf 1800 Gegner des geplanten Torfabbaues. Bedenken sie auch die langsam auftretenden Probleme der Anwohner südlich des Drosselweges.
„Wohnen und Flanieren am Kanal“ ist Ihr Wunschgedanke? Dem können wir uns anschließen! Wir wollen niemanden Aufhetzen, so wie sie es in dem Artikel getan haben!
Aber wir sind nicht bereit, für das Wohl einiger, weniger, reicher Wiesmoorer, die sich am Kanal in bester Wohnlage ansiedeln werden, die nächsten 20 Jahre in Lärm, Staub und Dreck zu leben, bzw. erhebliche Wertverluste unserer Immobilien hinzunehmen.
Bis Ihre Pläne umgesetzt sind, können sie ja im bestehenden Torfabbaugebiet flanieren!
Alfred Marzodko
Bis jetzt hatte sich nur die SPD eindeutig für den Torfabbau ausgesprochen.
Schade, dass die CDU mit diesem, doch sehr eindeutigen Artikel endlich ihr Schweigen bricht.
Der FDP kann ich nur wünschen, dass sie mit ihrer Position gegen Torfabbau und Windkraft Erfolg haben wird!
Die Wähler in Wiesmoor werden es IHNEN danken!